a floating mind rooted in humanity

Vor etlichen Jahren wirkte dieses Zitat von Wilhelm Busch wie einen Ohrfeige für mich. Hielt ich meine Offenheit und die Fähigkeit, mehrere Perspektiven einnehmen zu können, doch für eine gute Eigenschaft:

„Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.“

Warum es mich so getroffen hat? Fakt war, dass diese Offenheit damals eine gewisse Verlorenheit mit sich brachte. Worauf sollte ich vertrauen, wenn doch an fast allem irgendwie was dran war?

Folglich fragte ich mich etwas besorgt, ob Busch also recht hatte und einfach nur nicht gefestigt genug – oder eben ein bisschen plemplem – war.

Mittlerweile weiß ich, dass diese Aussage für mich so nicht stimmt. Worin ich ihm aber zustimme: Es braucht wohl einen inneren Bezugspunkt, um neuen Konzepten und anderen Sichtweisen wirklich unbefangen (und nicht wahllos oder beliebig) begegnen zu können.

Die Sicherheit, die wir uns häufig wünschen, kommt meiner Erfahrung nach jedoch nicht dadurch, dass wir uns an irgendwelchen Erkenntnissen, Methoden oder Überzeugungen festklammern und mit Scheuklappen durchs Leben gehen.

Dieser Bezugspunkt wurzelt in unserem Mensch-Sein. Nach meiner Vorstellung ist das eine Art inneres Wissen darüber, was uns als Menschen wirklich ausmacht, und über das wir alle miteinander verbunden sind. Diese innere Gewissheit wird aber bei den meisten von uns massiv von unseren Prägungen und Gewohnheiten überlagert.

Den Prozess, diese Schichten zu durchdringen und meinem Kern immer näher zu kommen, finde ich mega spannend. Dabei alles mögliche in Frage zu stellen, was ich bisher als Gegeben akzeptiert hatte, ist eine Begleiterscheinung. Ich fühle mich an keine Vorgaben gebunden, werde immer freier in meinem Denken (und Leben).

‚a floating mind rooted in humanity‘ ist mein Bild für diese Haltung und deshalb zur Zeit auch mein Claim.

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